Lange hat ein Rätsel im Hessischen Staatsarchiv Darmstadt geschlummert: Als „Ein Päckchen sehr zerstörter Urkunden des 13. und 14. Jahrhunderts über Vilbel, aus der Kronbergischen Verlassenschaft herrührend“ ist das Objekt im Archivkatalog beschrieben. Zwar wurden 1977 einige Fragmente davon auf Seidenpapier zusammengefügt, doch eine Erschließung des Inhalts schien wegen des schlechten Zustands aussichtslos.
Nun ist es Dr. Stefan Riegel und Joachim Schieb durch den Fund einer Abschrift aus dem 16. Jh. gelungen, den ursprünglichen Text vollständig zu rekonstruieren. Darin wird berichtet, dass Ritter Richard von Vilbel und seine Ehefrau Grede ihrem Verwandten Frank von Kronberg die Hälfte des Fischgewässers und die Niddainsel verkaufen. Sobald Richards uneheliche Tochter Gertrud volljährig ist, soll sie auf ihre Ansprüche gegenüber Frank oder seiner Ehefrau Loretta gerichtlich verzichten. Zur Sicherheit werden Richards Bruder Bechtram und Heinrich von Erlenbach als Bürgen eingesetzt. Falls die Übergabe in Verzug gerät, sollen die Bürgen mit Knecht und Pferd in Kronberg in eine Herberge einreiten und dort solange Dienst leisten, bis der Handel abgeschlossen ist. Sollte einer der Bürgen indes versterben, wird innerhalb eines Monats ein anderer Bürge eingesetzt.
Dr. Stefan Riegel hat noch 34 weitere Abschriften von bisher unbekannten Vilbeler Urkunden aus dieser Zeit entdeckt, die nun nach und nach erschlossen werden.
Original: Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, A 3 379/2
Weitere Informationen zum Heimatmuseum Bad Vilbel-Massenheim
Das Heimatmuseum Massenheim ist wieder geöffnet – mit der neuen Abteilung „Vom Apfel zum Apfelwein“!
Der Apfel prägt unsere Region seit Jahrhunderten – als Wirtschaftsgut, als Kulturlandschaft und als identitätsstiftendes Element. Mit der neuen Abteilung „Vom Apfel zum Apfelwein“ rückt das Heimatmuseum diesen Weg nun in den Mittelpunkt: vom Streuobstanbau über die Verarbeitung bis hin zur lebendigen Apfelweinkultur.
Die Neugestaltung des Museums setzt bewusst auf Klarheit statt Überfülle. Neben der neuen Apfel-Abteilung werden weiterhin zentrale Themen der Ortsgeschichte anschaulich präsentiert:
- eine exemplarisch erzählte Auswanderungsgeschichte aus Massenheim
- Einblicke in das Ziegeleiwesen in Bad Vilbel und Massenheim
- traditionelles Handwerk sowie eine kompakte Einführung in die Geschichte des Stadtteils
Als einzige Persönlichkeit wird dabei die Hebamme Apfel bewusst in den Mittelpunkt gerückt – als prägende Figur der Ortsgeschichte und als Beispiel dafür, wie sehr einzelne Menschen ein Gemeinwesen über Generationen hinweg mitgestalten.
Das Museum zeigt Dorfgeschichte konzentriert und modern gestaltet – mit ausgewählten Beispielen, die größere Zusammenhänge sichtbar machen.
Claus-Günther Kunzmann, Erster Vorsitzender Geschichtsverein Bad Vilbel, e.V.
Öffnungszeiten: Sonntags von 14:00 bis 17:00 Uhr sowie nach Vereinbarung.
Autor Marko Karl
Podiumsgespräch, von links: Marko Karl /
Erster Vorsitzender des Geschichtsvereins
Bad Vilbel, Claus-Günther Kunzmann / Zeitzeuge und Förderer des Projekts,
Waldemar Krug
Das Buch liegt frisch gedruckt vor und kann für 25,- EUR erworben werden. Nähere Infos folgen bald.
Das Buch ist über die Buchläden "LeseZeit" und "Das Buch" erhältlich (beide Frankfurter Straße, Innenstadt Bad Vilbel).
Auch im "Kino Alte Mühle" zu Spielzeiten.
Die Massenheimer Kirche wurde im Jahre 1298 erstmals erwähnt. Das „Testament der Hedwig“ wurde anlässlich der 1250-Jahr-Feier erstmals vollständig ins Deutsche übersetzt.
Dr. Stefan Riegel stellt das Dokument an diesem Termin erstmals öffentlich vor.
Zu diesem besonderen Ereignis laden wir Sie herzlich ein.
Eintritt frei.
Bad Vilbel steckt voller Geschichten. Zwischen römischem Mosaik und moderner Architektur, zwischen Fachwerk, Quellen und unserem Fluss Nidda gibt es viel zu entdecken – am besten zu Fuß und gut geführt. Unsere Stadtführungen bringen Geschichte auf den Punkt: Spannend erzählt, fachkundig vermittelt und mit Gespür für das Besondere. Ob bei einem der öffentlichen Termine, die auch ohne Voranmeldung besucht werden können (oder individuell gebucht [email protected] ). Auch für unsere drei Museen können Führungen gebucht werden.
Das Stadtarchiv befindet sich im Keller des Bad Vilbeler Rathauses. Kaum jemand weiß aber, an welchen Projekten die Mitarbeiter dort arbeiten. Was ist überhaupt in den vielen Räumen eingelagert? Was sind aktuelle Aufgaben?
Das Team des Archivs gibt einen anschaulichen Einblick in unser „Stadt-Gedächtnis“. Der Eintritt ist frei.
Getränkeangebot von Apfelkern & Kolibri.
Frankfurter Straße 55, Bad Vilbel. Mit Stadtführer Eckhardt Riescher. Eintritt frei - Getränke von Apfelkern & Kolibri
Auf den Berger Wiesen tobte am 13.04.1759 eine blutige Schlacht zwischen französischen Truppen und preußisch-englischen Verbänden (und ihren jeweiligen deutschen Verbündeten).
Unter den vielen Tausend Teilnehmern waren anschließend etliche Todesopfer und Verwundete zu beklagen.
Stadtführer Eckhardt Riescher schildert Hintergründe und Verlauf dieser Auseinandersetzung.
Veranstalter: Geschichtsverein Bad Vilbel / Stadt Bad Vilbel FB Kultur / Stadtmarketing Bad Vilbel e.V.
Foto: Stadt Bad Vilbel, Yannick Schwander
Mit Bürgermeister Sebastian Wysocki, Claus-Günther Kunzmann (Erster Vorsitzender), Waltraud Armster (Planung und Einteilung Stadtführer), Stefan Kunz & Friedemann Kuhl (beide stellv. Vorsitz)
In Kooperation mit den Naturfreunden Bad Vilbel. Führung: Malik Eberhardt
Mit den beiden Themen: "Ziegeleiwesen in Bad Vilbel" und "Auswanderung aus Bad Vilbel" - weitere Informationen und Öffnung
Das Ziegeleiwesen ist ein wichtiger Bestandteil von Vilbels Industriekultur (seit 1948 "Bad" Vilbel). Seit Mitte/Ende des 19. Jahrhunderts wurde zunehmend in
fester Bauweise mit Ziegeln gebaut. Der Rohstoff Lehm und die Voraussetzungen für die Produktion waren in Vilbel ideal. Im freien Feld gab es Feldbrandmeiler und auch 2 größere
Ziegeleikomplexe am Ortsrand von Massenheim.
Anhand von Originalmaterialen, Schautafeln, Clips und Hörstationen lässt sich die Ziegelherstellung anschaulich nachvollziehen.
Auswanderung aus Europa war im 19. Jahrhundert ein verbreitetes Phänomen. Aus teils politischen, vor allem aber wirtschaftlichen Gründen suchten viele Bewohner auch unserer Regionen in Übersee eine neue Heimat. Im Ausstellungsteil "Auswanderung" wird das Schicksal von Ludwig Müller nachgezeichnet, der 1853 Massenheim verließ und sich nach einer langen, beschwerlichen Überfahrt mit den Transportmitteln seiner Zeit letztlich in Cape Girardeau/USA niederließ. Er war u.a. Zeitzeuge des Amerikanischen Bürgerkriegs und brachte es in seiner neuen Heimat zu Achtung und Wohlstand.
Unser Stadtführer Peter Schöttner war bei "Hallo Hessen" des HR-Fernsehens eingeladen, um Bad Vilbel vorzustellen.
Ganz toll - Glückwunsch, Peter! - der Beitrag startet bei ca. bei Min. 38:20
Fotos vom Aufbau der Siedlung ab dem Sommer 1946.
Baubeginn war der 10. Juli 1946. Morgens gegen 8:00 Uhr trafen 12 zu diesem Zweck entlassene Kriegsgefangene (Prisoners of War)
aus dem Kriegsgefangenlager Dieburg ein: Deutsche aus Ungarn, Rumänien, Handwerker ... später wurden offenbar auch nach dem Krieg gestrandete Jugendliche von den Amerikanern für
die Arbeiten eingesetzt (Motive Claus-Günther Kunzmann/Stadtarchiv Bad Vilbel).
Das Römermosaik wurde als Teil einer römischen Thermen-Anlage 1848/49 beim Bau der Main-Weser-Bahn nahe dem Bad Vilbeler Südbahnhof entdeckt. Es handelt sich dabei um den einzigen größeren Mosaikfund aus römischer Zeit in Hessen.
Bad Vilbel ist die Stadt des Mineralwassers. Das BBM zeigt in vielfältiger Weise die Erschließung und Nutzung des Wassers. Mit Exponaten, Schautafeln und Filmen zeigen wir die Technik des Abfüllprozesses und die Geschichte der Brunnen-Betriebe.
Das Museum zeigt die vielseitigen Facetten des dörflichen Lebens, ein Auswandererschicksal in die USA im 19. Jahrhundert, seit November 2023 auch das hier ansässige
Ziegelwesen.
Der Museumsgarten lädt in der warmen Jahreszeit zum Verweilen ein.
In diesem Quartier liegen fast alle relevanten historischen Gebäude der Stadt.
Die Wasserstadt Bad Vilbel verfügt über eine Vielzahl unterschiedlicher Zierbrunnen.
Weiterführender, externer Link zur Website: "Die Freunde Siesmayers"
Der Bad Vilbeler Verein für Geschichte und Heimatpflege e.V. – ein Verein mit Geschichte.
Mit der Erbohrung der Heilquelle von Carl Brod beginnt in Vilbel ein kleiner, privater Kurbetrieb. Auf Initiative der Stadt, der Vereine und der Bürger wird 1903 der „Kur- und Verschönerungsverein“ gegründet, um Vilbel aufzuwerten.
1950 wird dieser als „Kur- und Verkehrsverein Bad Vilbel“ wiedergegründet. Anlässlich seines 75-jährigen Bestehens erfolgt 1978/79 die Umbenennung in „Bad Vilbeler Verein für Geschichte und Heimatpflege e.V.“
Die Vereinszwecke sind ...
Der Verein bietet jährlich ein umfangreiches Programm in Form von Museen, Stadtführungen, Vorträgen, Veröffentlichungen und einer Mehrtagesfahrt an. Darüber hinaus besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv.
